Lieber Fahrrad-Enthusiast,
vermutlich kennen Sie ebenfalls die Tour de France als das wohl härteste Radrennen der Welt. Dieses Rennen beginnt alljährlich mit einem Prolog und stimmt die Fahrer langsam auf die anstehenden Strapazen des Etappenrennens ein.
Zunächst einmal hoffe ich, dass ich Sie hier mit diesem kurzen Prolog nicht auf „Lesestrapazen“ vorbereiten muss, sondern Sie auf den nächsten Seiten viele Informationen finden und ich Sie neben vielen sachlichen Informationen auch etwas unterhalten kann.
Die Idee zu dieser Beratungslektüre entstand vor nicht allzu langer Zeit, als ich auf der Suche nach einem neuen Laptop war. Mit eher mittelmäßigem Verständnis über computertechnische Zusammenhänge bewegte ich mich tage- und wochenlang auf dem „Laptop-Markt“. Immer auf der Suche das Beste für möglichst wenig Geld zu bekommen. Die erste Frage, die es für mich zu beantworten galt, war die, was denn überhaupt das Beste für mich sei? Was muss dieser Laptop denn alles so können bzw. was möchte ich denn damit machen? Nachdem ich diese Vorarbeit geleistet hatte, ging ich etwas gezielter vor und fand zahlreiche Produkte in Fachmärkten, Kaufhäusern oder bei diversen Internetanbietern. Für mich war klar, dass die einzelne Marke auf dem Laptop relativ wenig Aussagekraft hat. Wichtig sind die eingebauten Komponenten und die Funktionalität der einzelnen Komponenten im Zusammenspiel. Wie viel Zeit ich damit verbracht habe, die Einzelinformationen über Laptopkomponenten zu sammeln, möchte ich heute lieber nicht nachrechnen. Letztlich bin ich mit meinem Wissen halbwegs selbstsicher und überzeugt in einen Fachmarkt „marschiert“ und habe mit 1000 Euro, wie ich finde, eine Menge Geld ausgegeben. Ich habe mir in dieser Phase jemanden gewünscht, der mich für einen angemessenen Betrag ohne gezielte Verkaufsabsicht berät und Informationen „aus mir herausholt“, von denen ich vorher selber noch nicht wusste, dass sie wichtig sind für meine Kaufentscheidung!
Der anschließende Gedanke an das mir sehr gut vertraute Produkt Fahrrad folgte schnell. Vor über 25 Jahren war es das Fahrrad, was meinen kindlichen Aktionsradius enorm erweiterte. Unzählige Radtouren in jungen Jahren mit meinem Vater sind scheinbar heute noch eine Basis für den intensiven Bezug zum Fahrrad. Den zahlreichen Radtouren folgten tausende Trainingskilometer auf dem Rennrad und die Teilnahme an mehreren Dutzend bundesweiten Straßen- und MTB-Rennen.
Neben der sportlichen Aktivität führte der Weg über den Sportfachhandel zur Fahrradindustrie, wobei mir in der dortigen beruflichen Praxis immer wieder viele Chancen eröffnet wurden, viel über das Fahrrad und über die branchenbedingten Marktzusammenhänge zu lernen. Insofern ein Dank an die Menschen, die mir dieses ermöglicht haben!
Viel von diesem Wissen und meinen Erfahrungen sind auf den folgenden Seiten „verpackt“ und sollen Ihnen nun als Orientierungshilfe dienen, damit Sie nicht, wie ich in meiner hilflosen Laptop-Suchphase, viel Zeit auf dem zugegebenermaßen etwas verworrenen Fahrradmarkt verschwenden.
Viel Spaß beim Lesen!
Martin Switalla
1) Einsatzbereiche / Stabilität
1.1) Rahmen / Gabel
1.1.1) Art der Materialien
1.1.2) Dimensionierung der Materialien
1.1.3) Geometriedaten
1.1.4) Oberflächenbearbeitung
...Neben der Rohrform spielt ebenfalls die Wandstärke des Rohres eine wichtige Rolle. Einige Hersteller greifen zu konifizierten Rohren. Diese haben im Rohrverlauf verschiedene Wandstärken und werden in zweifacher (double butted) oder dreifacher (triple butted) Konifizierung angeboten - ein sinnvoller aber auch kostspieliger Schritt in Richtung Gewichts- und Stabilitätsoptimierung. Sie können sich vorstellen, dass eine extreme Konifizierung und Reduzierung der Wandstärken (im Aluminiumbereich bis auf 1,2 mm und im Cromolybereich bis auf 0,5 mm) die entsprechenden Rohre empfindlicher machen gegen äußere Einwirkung. ...
1.2) Laufräder
1.2.1) Naben
1.2.2) Speichen
1.2.3) Felgen
...Wenn Sie sich mit Laufradbauern unterhalten würden, so bekommen wahrscheinlich auch Sie schnell das Gefühl, dass es sich bei dem Thema Laufradbau nicht nur um ein Handwerk sondern beinahe um eine Kunst handelt! Tatsächlich erscheint es kaum nachvollziehbar, dass, aus der Kombination eines kleinen gelagerten Nabenkörpers, 32 oder 36 Stahlspeichen mit einem Durchmesser von etwas mehr als einem Millimeter und einen großen Metallring (Felge), ein Gerüst geschaffen werden kann, das selbst schon Weltumrundungen per Fahrrad mit mehreren zehntausend Kilometern ohne Defekt hinter sich gebracht hat. Nun wollen wir nicht alle die Welt umrunden, aber selbst und gerade für den Alltagsbereich ergeben sich wichtige Unterschiede im Laufradbau, die das Fahrrad in seinem Einsatzbereich definieren und immer wieder geringes Gewicht mit möglichst hoher Stabilität wünschenswert machen. ...

2.1) Kettenschaltung
2.1.1) Schaltwerk
2.1.2) Umwerfer
2.1.3) Schalthebel
2.1.4) Kettenradgarnitur
2.1.5) Kette
2.1.6) Zahnkranz
2.1.7) Hinterradnabe
...Beim Kauf eines Fahrrades haben wir die Erfahrung gemacht, dass es von großem Vorteil ist, wenn die Hauptbestandteile der Komponentengruppe, wie Schaltwerk, Umwerfer, Schalthebel, Kettenradgarnitur, Kette und Zahnkranz, im Gesamtpaket von einem Schaltungshersteller stammen. Damit wird eine hundertprozentige Funktionalität im Zusammenspiel gewährleistet. Sinnvollerweise sollten darüber hinaus die Komponenten aus der jeweiligen Gruppenzugehörigkeit resultieren. Beispielsweise wird in unteren Preisbereichen gerne mit hochwertigen Schaltungsnamen (z.B. Shimano XT) geworben, wohingegen in vielen Fällen nur das Schaltwerk wirklich dieser Komponentengruppe zuzuordnen ist. Alle anderen Komponenten stellen einen bunten und, wenn Sie Glück haben, technisch halbwegs funktionsfähigen Mix dar, der in der Summe dann dafür sorgt, dass das Fahrrad tatsächlich im unteren Preisbereich angeboten werden kann. Also Augen auf beim Kauf! ...
2.2) Nabenschaltung
2.2.1) Hinterradnabe

2.2.2) Schalthebel
2.2.3) Kettenradgarnitur
2.2.4) Kette
...Die Hinterradnabe einer Nabenschaltung kann logischerweise als funktionales Herzstück angesehen werden. Neben der eigentlichen Ganganzahl unterscheiden sich die Nabentypen dabei qualitativ in einem relativ engen Rahmen. Ein großer Vorteil der Nabenschaltungen im Vergleich zu den Kettenschaltungen ist zunächst die Schaltbarkeit im Stand. Wie oft fährt man auf eine Ampel zu und vergisst dabei rechtzeitig herunterzuschalten - mit einer Kettenschaltung hat man es dann beim erneuten Anfahren nach dem Schalten mit einem mehr oder weniger lauten Kettengerassel zu tun. Bei Nabenschaltung bewegt sich dabei der Schaltstift im Nabeninneren fast geräuschlos und sorgt für eine problemlose Weiterfahrt. ...
2.3) Kombinationen Naben- und Kettenschaltung
2.3.1) Hinterradnabe
2.3.2) Schalthebel

2.3.3) Schaltwerk
2.3.4) Zahnkranz
2.3.5) Kettenradgarnitur
2.3.6) Kette
....Man nehme eine 3-Gang Hinterradnabe ohne Rücktrittbremsfunktion, „verpacke“ die Schaltungseinheit in ein schmaleres Gehäuse und „bastle“ noch einen Zahnkranz auf die rechte Nabenseite. Fertig ist eine neue Schaltungsgeneration, die von Sram unter dem Begriff Dual Drive und von Shimano unter dem Begriff Intego vertrieben wird. Technisch ist dies im Detail sicherlich nicht so einfach und die Ingenieure und Produktmanager der Marktführer haben sich einiges einfallen lassen, um diese Projekte in eine, letztendlich auch für den Endverbraucher bezahlbare, Massenproduktion umsetzen zu können. ...
3.1) Bremsen
3.2) Beleuchtung
3.3) Glocken

3.4) Schutzbleche
3.5) Kettenschutz
... Das Motto „Wer bremst ist feige!“ hat, wenn überhaupt, nur in der Sparte Downhill-Rennen eine Bedeutung. Bei diesen rasanten Abfahrten mit speziellen 26“ Mountainbikes kommt es auf jede Sekunde an! Und wenn dann doch mal in rasanten Spitzkehren, auf die die Extremsportler mit 90 Sachen zurasen, eine Bremse benötigt wird, so muss man sich darauf verlassen können. Sie fragen sich, warum wir auf einmal von Downhill - Rennen erzählen? Für den Bremsenbereich wurde in diesen extremen Fahrradnutzungsvarianten viel Entwicklungsarbeit geleistet. Dieses Know How bietet eine umfassende Basis für Bremssysteme auch im alltäglichen Bereich. Sicherlich sind diese dort nicht alle nötig und teilweise sogar weniger empfehlenswert. ....
4.1) Federung
4.2) Bereifung

4.3) Sattel
4.4) Lenker, Vorbau, Griffe
4.5) Gepäckträger
4.6) Ständer
... Im Zeitalter diverser Wellness - Trends darf auch im Fahrradbereich der Komfortgedanke nicht zu kurz kommen. Dabei wird der Begriff Komfort nur ungern in Zusammenhang mit Bequemlichkeit sondern vielmehr in Verbindung mit dem Wunsch gesehen, sich durch einen angemessenen Komfort zu entlasten und die eigene Aktivität zu unterstützen. Zu den Komfort-Komponenten zählt zunächst alles was mit Federung zu tun hat. Im engeren Sinne sind die eigentlichen Federungseinheiten (Gabel / Sattelstütze) und im weiteren Sinne Teile wie Sattel und Griffe zu sehen. ...
5.1) Schlösser

5.2) Körbe / Packtaschen
5.3) Fahrradcomputer
5.4) Pflegemittel / Luftpumpen / Werkzeuge
... Wenn Sie es bisher noch nicht aus eigener Erfahrung wissen, so werden Sie spätestens nach dem Kauf eines Fahrrades feststellen, dass sich der Markt der Fahrradzubehörteile als fast noch unüberschaubarer darstellt als der der kompletten Fahrräder. Im Rahmen des Diebstahlschutzes sind zahlreiche Schlossvarianten mit verschiedenen Befestigungslösungen zu nennen. In Transportfragen bieten Ihnen sowohl Packtaschen als auch Körbe in allen Größen und verschiedenen Adaptionsmöglichkeiten Hilfestellung. Nicht nur im sportiven Bereich sind Fahrradcomputer ein Muss, um die Entfernung der wochenendlichen Radtour in möglicherweise vielen Einzelheiten dokumentiert zu bekommen. Letztendlich ergibt sich durch den gesamten Bereich der Fahrradpflege und -wartung ein umfassendes Fragenpotential, welche Pflege- und Hilfsmittel bzw. Werkzeuge zusätzlich zu erwerben sind. ...